Katzen im Straßenverkehr

 

Elbe Weser Aktuell

18. August 1999

 

 

 

 

Wo bleibt das Mitgefühl? Gedanken einer sterbenden, unbekannten Hauskatze

Es war ein regnerischer Tag, als ich von meinem Zuhause noch einmal einen Streifzug durch die große Wiese machen wollte. Der Rasen und die Büsche waren naß, und es war mir eigentlich doch zu ungemütlich, bei diesem Wetter noch draußen zu bleiben. Ich wollte so schnell wie möglich wieder nach Hause, denn nun fing auch schon wieder der Regen an. Die breite Straße, die mich von meinem schönen, trockenen Zuhause trennte, schien mir leer, und der Asphalt glänzte vor Nässe. Ich lief so schnell ich konnte los – doch das Auto war auf einmal da. So schnell kam es auf mich zu. Die Scheinwerfer blendeten meine Augen – und plötzlich spürte ich einen schlimmen, ganz schlimmen Schmerz. Ich wurde durch die Luft geschleudert und fiel mit meinem Körper auf die Kante der Straße, die dort angebracht war, weil da ein Rasen und Bäume wuchsen.

Ich hatte so furchtbare Schmerzen, und ich hatte solche Angst. Als ich mein Köpfchen hob, sah ich das Auto, das mich angefahren hatte, und ich konnte es nicht verstehen: es fuhr weiter. Es fuhr einfach weiter und ließ mich hier liegen! Und ich hatte doch solche Schmerzen!Ich versuchte aufzustehen, doch es ging nicht. Mein Hinterbein tat so schrecklich weh, und auch das Luftholen fiel mir furchtbar schwer. Jetzt fing es auch noch ganz stark zu regnen an, und ich spürte, wie sich um mich herum eine Pfütze bildete. Das Wasser auf der Straße wurde immer höher und ich hatte kaum noch Kraft, meinen Kopf hochzuhalten. Wasser lief in meine Nase, lief in meinen Mund, und es tat so furchtbar weh!

Autos fuhren an mir vorbei. Es waren viele Autos, und immer wieder versuchte ich, mein Köpfchen zu heben, damit die Menschen, die in den Autos fuhren, sehen konnten, daß ich Hilfe brauche – doch keiner hielt an.Ich weinte vor Schmerzen, doch niemand sah meine Tränen. Niemand war da, sie fuhren alle an mir vorbei. Ich fühlte, daß mein Leben zu Ende ging, und ich wollte doch gar nicht sterben! Ich war doch immer lieb gewesen! Ich habe doch so gern mit den Menschen geschmust und sie nie gekratzt. Ich habe doch auch meinen kleinen Menschenfreund mit seinen Eltern rechtzeitig geweckt, als das Feuer ausgebrochen war! Habe ich mich nicht immer mit Zärtlichkeiten bedankt und meine Liebe zu den Menschen gezeigt, weil ich ihnen so vertraute? Ich fing an zu frieren. Es war so kalt, und ich hatte so entsetzliche Schmerzen! Warum, ihr Menschen, fahrt ihr alle an mir vorbei? Warum helft ihr mir denn nicht? Ich möchte noch nicht sterben! Ich bin doch erst drei Jahre alt! Ich weiß nicht, wie lange ich in dieser nassen Pfütze gelegen habe. Ich wurde auf einmal ganz müde. Ich versuchte, mein Köpfchen aus der Pfütze herauszuhalten, doch ich hatte keine Kraft mehr. Mein Kopf fiel ins Wasser zurück und ich dachte: „Jetzt ist es aus. Jetzt stirbst Du.“

Da – auf einmal waren Menschen da. Sie streichelten meinen kalten Körper und hoben mich hoch. Ich wurde in eine Jacke eingewickelt und vorsichtig in ein Auto getragen. Ich freute mich, trotz meiner schlimmen Schmerzen, so sehr! Es gab doch noch gute Menschen, die mir helfen wollten. Sie fuhren mich zu einem Tierarzt, der ganz in der Nähe war, und ich versuchte ganz ruhig zu bleiben, damit ich meine Schmerzen besser ertragen konnte. Die Menschenfrau, die mich trug, streichelte mich unentwegt, die beiden Kinder im Auto weinten vor Sorge um mich, und die Fahrerin bemühte sich, vorsichtig zu fahren, damit ich keine Erschütterungen spürte.Ich dachte an meine Familie zu Hause, an die guten Leckerchen, die ich immer bekam, und ich freute mich so sehr, daß man mir helfen wollte. Die fremden Menschen waren so besorgt, und wie gern wollte ich weiterleben in dieser Menschenwelt!Ich hörte die Fahrerin sagen: „Endlich, wir sind da – jetzt wird alles gut!“ – da wurde es um mich plötzlich dunkel und kalt, und ich spürte – es war zu spät! Ich hatte keine Kraft mehr in meinem Körper und fühlte keine Schmerzen mehr! In den Armen der fremden Frau schlief ich für immer ein, als sie mit mir an der Haustür des Tierarztes stand.

Danke, den Menschen, die mich nach endlos langer Zeit schwerverletzt mitnahmen, um mein Leben zu retten; danke den beiden Kindern, die vor Sorge um mich, ein unbekannte Hauskatze, weinten und Verachtung den Menschen, die so herzlos sind, an einem schwerverletzten Tier vorbeizufahren …

— Diese kleine Geschichte ist leider nicht erfunden sondern wirklich passiert. —

Die Geschichte stammt von Barbara Hickmann, bei der wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken wollen, dass wir sie hier verwenden durften.
Zu Barbaras Homepage

 

Unsere Meinung zu Freilaufkatzen

Jeder der seiner Katze Freilauf bietet muss damit rechnen das sie früher oder später überfahren (oder getötet, gestohlen, von Jägern erschossen,…..) werden könnte.

Es ist sehr einfach immer den „Bösen Rasern“ die Schuld zu geben. Auch ein sehr vorsichtiger Fahrer kann mal eine Katze, Hasen usw. überfahren!
Was jetzt nicht heißt das wir Raserei entschuldigen! Raserei ist unverantwortlich und dumm!

Sicherlich ist es eine Sauerei wenn der Fahrer (egal ob Raser oder nicht) nicht anhält und der Katze hilft, aber kann nicht auch ein vorsichtiger Fahrer in Panik geraten und Fahrerflucht begehen? Panik kriegen und falsch reagieren ist LEIDER Menschlich! Man kann also nicht immer auf Raser tippen wenn die Katze einfach liegen gelassen wurde.

Es ist wirklich einfach immer die Schuld an allen anderen zu suchen.

Aber wer ist der Hauptschuldige ?

Der Katzenhalter der seine Katze bewusst diesem Risiko aussetzt?
…… oder der Autofahrer der die Katze wohl möglich gar nicht gesehen hat, weil sie plötzlich unter einem Busch herausspringt und direkt unter seine Räder kommt?

Würdest Du Deinem Kind erlauben auf der Straße runzulaufen, nur weil es das will? Wohl kaum!

Wieso darf dann eine Katze das? …..Und wieso wunderst Du Dich wenn Du sie dann überfahren auf der Straße findest?

Oder ist eine Katze für Dich eben doch „nur“ ein Tier? ….und das ist nun mal ihr Schicksal?

Die Aussage das eine Katze nur mit Freilauf ein glückliches Leben hat ist Falsch. Eine Katze kann im Haus genau so glücklich sein wie mit Freigang -wenn sie genug Liebe bekommt! Viele Leute sagen. es sei nicht Artgerecht, eine Katze nur im Haus oder in der Wohnung zu halten. Aber sind Autos denn natürliche Feinde? Nein. Daher ist es in unseren Augen sinnvoll, den Katzen ein schönes Leben im Haus zu bereiten. Den Autofahrern das Auto zu verbieten wird wohl schwer.

Unser Fazit: Wer seine Katze frei laufen lässt setzt die Katze bewusst Risiken aus.

Ja, es hat SEHR weh getan als unsere Spukie überfahren wurde, wir wissen aber das wir die Hauptschuldigen waren, weil wir Ihr nicht schon vorher ein sicheres Leben ermöglicht haben.

Deswegen an alle die mal in so eine Situation kommen, eine Katze zu überfahren (was wir natürlich niemanden wünschen!):

Bitte halte an und schau ob Die Katze noch lebt und bring sie BITTE zum nächsten Tierarzt, damit er ihr helfen kann!
Wenn die Katze tot sein sollte schau bitte ob sie ein Halsband trägt oder eine Tätowierung im Ohr hat. So kannst Du herausbekommen wer die Besitzer sind und kannst ihnen Bescheid geben.

Der Besitzer wird Dir sicher dankbar sein, es gibt nichts schlimmeres als die Ungewissheit!

Da kommt auch die Erste Hilfe zu spät
[Quelle: Zeitschrift „our Cats“ Ausgabe 4/2001]

Unfallopfer an der Straße, leblos, aber noch warm. Atmung und Herzschlag, sofern vorhanden, so flach dass kaum spürbar. Das sind die drei Indizien, ob noch Hoffnung besteht:

1. Der Zwischenzehen-Reflex: Kräftig in die Haut zwischen den Zehen kneifen. Zuckt die Katze versprechen Wiederbelebungsmaßnahmen großen Effekt.

2. Verläuft der erste Test negativ, besteht Hoffnung auf den Lidreflex. Beim Tippen auf den inneren Augenwinkel müssen die Lider reagieren.

3. Als letztes stirbt der Corneal-Reflex: Wenn beim direkten Tippen auf die Hornhaut sich die Lider nicht mehr schließen, ist der Tod eingetreten.

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